270.000 verklagen Monsanto

128 Gerichtsverfahren gegen Kleinbauern sowie 700 außergerichtliche Einigungen, das ist bisher die Bilanz der aggressiven Vorgehensweise des Gen-Konzerns Monsanto. Jetzt drehen einige Bauern den Spieß um.

270.000 verklagen Monsanto

Kleinbauern fordern Schutz vor Großkonzern

Bauer im RapsfeldIn Manhattan/USA haben am 30. März 2011 mehr als 270.000 Bio-Bauern und Saatguthändler gegen den Gentech-Giganten Monsanto eine Art Präventions-Klage eingereicht. Grund ist ihre Sorge vor einer drohenden Klage des Konzerns, sollte gentechnisch verändertes Saatgut ihre Felder bzw. ihre Waren verunreinigen. Wegen angeblichen Verstößen gegen das Patentrecht hat Monsanto bereits hunderte von Bauern verklagt. Der Prozess verläuft in einem zeitlich überschaubaren Tempo. Mitte Juli hatte Monsanto beantragt, die Klage zurückzuweisen. Die Antwort der Kläger kam vergangene Woche, am 11. August 2011. Sie bestehen auf ihr Recht, einen Schutz vor der aggressiven Vorgehensweise des Unternehmens zu erwirken. Unterstützt werden sie dabei nun auch von 12 weiteren landwirtschaftlichen Organisationen als Amicus Curiae (eine Besonderheit des angelsächsischen Common Law – jemand, der weitere fachliche Aspekte, Informationen und Sachkenntnis dem Gericht zur Verfügung stellt, ohne selbst direkt am Verfahren beteiligt zu sein).

Die gesamte Landwirtschaft ist gefährdet

Unter der Leitung der “Organic Seed Growers and Trade Association” kämpfen die Kleinbauern für ihr Recht, auch in der Zukunft einen Teil zur Welt-Ernährung beitragen zu können. Denn das patentierte Saatgut von Monsanto könnte die gen-freie landwirtschaftliche Produktion als Ganzes bedrohen. So hat z.B. bereits die Gen-Raps-Sorte “Genuity® Roundup Ready® canola seed” die normalen Raps-Sorten in den USA weitgehend verdrängt. Die klagenden Bauern wollen eine ähnliche Verunreinigung ihres Saatguts, sei es bei Mais, Soja, Baumwolle, Zuckerrüben, Alfalfa oder bei anderen verhindern. Denn Monsanto ist in den USA mittlerweile allgegenwärtig und es scheint, als strebe der Konzern ein Monopol an. So hat er z.B. bereits 20 der größten Saatgutproduzenten und – händler aufgekauft.

Ein Monopol im Bereich der Nahrungsmittel ist ohnehin bedenklich, aber umso mehr, wenn es von einer Firma beherrscht wird, die der Menschheit auch Agent Orange, DDT, PCBs und viele weitere Toxine brachte, die nicht ausreichend auf ihre Auswirkungen untersucht wurden und teilweise furchtbare und möglicherweise irreparable Schäden in der Umwelt und am Menschen angerichtet haben. Auch für transgene Pflanzen gibt es Hinweise, dass diese alles andere als unbedenklich für die Gesundheit sind.

Bauern entscheiden sich für Gen-Saatgut,
um einen Prozess zu vermeiden

Für Kleinbauern in den USA soll es mittlerweile quasi unmöglich sein, Mais, Soja oder Raps anzubauen, ohne dass es früher oder später verunreinigt wird. Da macht man sich als Kleinbauer schon mal Gedanken, was überhaupt noch lohnenswert ist und was nicht. Die eigenen Interessen oder die der Kunden spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Denn stets schwebt der drohende Gerichts-Prozess wie ein Damoklesschwert über den Bauern. Selbst wenn sie alles unternehmen, damit ihre Felder nicht verunreinigt werden, kann es sie trotzdem treffen. Das gilt umso mehr, je weiter sich Monsantos Saatgut und seine Macht verbreitet. Die drohenden Kosten für die Kleinbauern: unüberschaubar.

Monsanto behauptet zwar, nicht gegen Bauern vorzugehen, deren Saatgut unabsichtlich kontaminiert wurde. Allerdings weigert sich der Konzern bisher, eine derartige Vereinbarung zu unterzeichnen – womit die aktuelle Klage beendet wäre.

Einer der Klagepunkte bezieht sich grundsätzlich auf das Recht Monsantos auf seine Patente. Denn die Kläger ziehen in Zweifel, dass genetisch modifiziertes Saatgut einen Nutzen hat. Und die Nützlichkeit einer Erfindung ist eigentlich eine Voraussetzung für das Erteilen von Patenten. Negative wirtschaftliche Effekte und Gesundheitsrisiken fallen nach Meinung der Kläger nicht unter den Begriff “nützlich”. Auch die Behauptungen, der Ertrag würde gesteigert und es würden weniger Herbizide eingesetzt, habe sich in der Praxis nicht bestätigt.

Nachtrag vom 27.2.2012: Gericht stellt sich auf Monsantos Seite und weist die Klage ab. Weitere Infos auf Englisch findest Du hier.

DW, Foto: © Katrin Außem – Fotolia.com

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© Katrin Außem – Fotolia.com

8 Kommentare zu 270.000 verklagen Monsanto

Booker Zapp says: 19. August 2011 at 19:19

Monsanto ist ein Unternehmen an der Spitze!
Nicht an der Spitze der Wirtschaft sondern an der Spitze der NWO!
Monsanto hat bislang nur Anhängigkeit und Leid verbreitet mit der Rückendeckung der Amerikanischen Politik und nun auch der Europäischen.(wo ist der Unterschied??)

Jeder, der sich gegen Monsanto gerade macht bildet ein micro- Puzzelteil zur Befreiung bei.

Respekt an alle Kämpfer!

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Deborah says: 17. August 2011 at 09:20

Liebe Leser,
leider konnten wir nicht alle der gestern eingegangenen Kommentare veröffentlichen. Ein Grund ist, dass wir Aufrufe zur Gewalt, ob direkt oder indirekt, nicht freischalten. Krasse Behauptungen wie “Die Justiz und die Richter sind von XY gekauft” sollten belegt werden oder aber klar als Meinung gekennzeichnet werden, z.B. mit Eingangsformulierungen wie “Ich glaube”, “Meiner Ansicht nach” etc.
Es liegt nicht in unserem Interesse, hier irgendjemanden oder irgendetwas zu zensieren, weil wir denken, dass jede Meinung wichtig und relevant ist und wir nur gemeinsam der Wahrheit ein Stück näher kommen können. Deshalb helft uns bitte, indem ihr die Kommentare in angemessener Form verfasst. So können wir sie einfach freischalten und andere Menschen an Euren Gedanken teilhaben lassen. Vielen Dank für Euer Verständnis.

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Ironman says: 22. August 2011 at 16:44

Monsato ist eine kriminelle NWO Vereinigung. Die die Menschheit mit ihrem Gendreck krankmachen und/oder töten, kontrollieren und beherschen wollen.Sie haben tausende Menschenleben auf dem Gewissen. Von Agent Orange bis Aspartam, die Giftküche hat eine breite Palette.
Nur ein paar Quellen.
http://www.youtube.com/watch?v=gDrvFiRwWP8&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=dIl_ul97Q9g&feature=related
http://www.metalrockradio.homepage.t-online.de/General.html
http://video.google.com/videoplay?docid=-7738550412129841717
http://woodworm.dyndns-home.com/images/Filme/GOOD_FOOD_BAD_FOOD-xvid.rar
http://www.alpenparlament.tv/playlist/354-genmanipulation-saat-der-zerstoerung

Ja selbst die Dioxin Ilse und das Verbraucherministerium hält bei Monsanto die Hand auf und lässt sich schmieren.

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ADI says: 16. August 2011 at 14:03

die fratze des profits versteckt sich heute hinter allem,-was vom menschen kommt.!!

dieß gilt es auch abzuändern,-wobei der spirituelle naturund lebenbewußte mensch im mittelpunkt der gemeinschaft steht.!!

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Daniel Riemer says: 16. August 2011 at 10:03

Guter Beitrag… danke! Es würde mich sehr freuen, wenn es endlich mal jemand schaffen würde sich erfolgreich gegen diesen aalglatten Mafia-Konzern zu wehren. In meinen Augen ist Monsanto eine der gefährlichsten und kriminellsten Unternehmen der Welt!

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