EM 2012: Fair geht vor?

Die EM 2012 ist gestartet. Und weil das Aufwärmen zur Fußball EM dieses Mal ohnehin schon sehr holprig ablief, zeigt Dir WeeYoo nun, wie Du vielleicht doch noch fair und umweltbewusst ins Endspiel kommst.

EM 2012: Fair geht vor?

Hamburg, 09. Juni 2012

Die EM 2012 ist gestartet. Und weil das Aufwärmen zur Fußball EM dieses Mal ohnehin schon sehr holprig ablief, zeigt Dir WeeYoo nun, wie Du vielleicht doch noch fair und umweltbewusst ins Endspiel kommst.

Kaum eine Europameisterschaft stand so sehr in der Kritik, wie das aktuelle Fußballfest in Polen und der Ukraine. Politische Unruhen, Inhaftierungen, Hooligans, Polizeigewalt, Hundemord… fair geht anders. Trotzdem gibt es auch Positives – wenn man ein bisschen genauer hinschaut.

WeeYoo gibt Dir einen Überblick über die verzwickte Situation und hat sich für die Fans mal nach positiven Angeboten umgesehen.

Deine Stimme für Menschenrechte

Eigentlich hätte die EM unter diesen Umständen so gar nicht stattfinden dürfen. Trotzdem versuchen nun diverse Organisation einen Teil der Aufmerksamkeit auf die Schattenseiten der Veranstaltung zu lenken und uns zur Unterstützung aufzurufen

So zeigt Amnesty International mit Blick auf Folter und Misshandlungen in Gefängnissen und Polizeigewahrsam der Ukrainischen Führung jetzt schon die rote Karte. In 2010, so die Zahlen der NGO “Ukrainian Helsinki Union”, verstarben 51 Menschen in Haft. Eine Schande für ein Land, dass sich weltoffen und sportlich fair in Szene setzt. Und auch die Fans vor Ort können sich nicht ganz sicher sein: Laut Max Tucker, Ukraine-Experte von Amnesty International hätten Polizeibeamte Fußballfans angegriffen, sie zusammengeschlagen oder auch schon mal einem mit Elektroschocks eingeschüchtert. Nach jüngsten Meldungen der Nachrichtenagenturen kommen auch ganz neuartige Waffen und speziell ausgebildete Hundestaffeln zum Einsatz.

Deswegen ruft die Menschenrechtsorganisation auf: “Schreiben Sie eine E-Mail an den ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch und fordern Sie ihn auf, Folter und Misshandlungen durch die Polizei zu beenden!” Über 4500 User haben bei der Aktion schon mitgemacht und auf der hierzu eigens von Amnesty eingerichteten Seite eine Mail abgesendet.

Unmögliche Zustände in den Gefängnissen

Über den Fall der Inhaftierung Julia Timoschenkos konnte man in dem Medien hinreichend erfahren. Doch wer weiß schon, dass heute mindestens die Hälfte des alten Kabinetts im Gefängnis sitzt? Dazu kommt, dass die gesundheitlichen und sanitären Zustände hier als menschenunwürdig eingestuft werden können. “Krankheiten wie Tuberkulose, Hepatitis und Aids grassieren”, heißt es bei “Global 3000″, dem Globalisierungsmagazin der Deutschen Welle. Vor allem die Situation des ehemaligen Innenministers Luzenko sei kritisch.

In diesem Video zeigt die Deutsche Welle den augenscheinlichen Widerspruch zwischen der politischen Situation im Land und dem Außenauftritt während des Fußballfestes auf.

Massenhafte Tötungen von Straßenhunden

Mit der eigens ins Leben gerufenen Website “Aktion Fair Play” wollen die Macher deutschlandweit gegen die grausame Ermordung von Tausenden von Straßentieren in der Ukraine im Vorfeld der EM protestieren (WeeYoo berichtete). So liest man auf deren Seite: “Die UEFA stellte 600 Millionen Euro für den Stadion-Umbau in Kiew bereit, trotz der schrecklichen bekannten Umstände für Kastrationen der Straßenhunde jedoch nur 8,500 Euro! Das Ergebnis von mangelndem Verantwortungsbewusstsein der UEFA ist die billige Massenvernichtung… Bereits jetzt leben in einigen Städten keine Hunde mehr!” Ein Zustand der traurig und wütend macht, denn hier geht es nur um das Geschäft. Die Achtung vor dem Leben und damit die Fairness gegenüber allen Mitgeschöpfen tritt hier in den Hintergrund.

Auch die Tierschutzorganisation PETA ruft alle Fußballfans auf zu zeigen, dass sie damit nicht einverstanden sind: “PETA Deutschland setzt sich für das Ende der Massentötungen ein und fordert eine humane Geburtenkontrolle von heimatlosen Tieren in der Ukraine.” Eine große Zahl von Prominenten, gerade aus dem Bereich des Fußballsports, unterstützt sie dabei namentlich. Sie alle wollen erreichen, das:

- Kastrationsprogramme durchgeführt werden

- die Tiere mit Nahrung versorgt werden

- warme Unterkünfte für die Hunde gesucht werden

- Aufklärungsarbeit vor Ort geleistet werden

Das Video von PETA “Ja zum Fußball! Nein zur Tierquälerei!” findest Du hier.
Hierzu ruft PETA zu Spenden auf, die man hier leisten kann.

Nur Tropfen auf dem heißen Stein?

Viele Menschen rufen zu einem generellen Boykott der Veranstaltung, der Übertragung oder auch der Produkte der sie finanzierenden Sponsoren auf. Andere, wie der Schriftsteller Serhij Zhadan, sehen darin keinen Sinn: „Wenn die westlichen Politiker die Fußballfans ihrer Länder dazu aufrufen, im Juni nicht in die Ukraine zu reisen, unterstützen sie unser Land weniger, als dass sie es isolieren, denn sie stellen es als eine Art totalitäres Reservat bar aller Chancen oder Perspektiven hin.“ (WELT ONLINE)

Doch der Blick auf die Olympischen Spiele in China 2008, bei dem die Ausrichter und Sponsoren auch schon behaupteten, man würde so auch Menschenrechtsverletzungen zur Sprache bringen, zeigt, dass dies nachhaltig nichts gebracht hat.

Manche Fußballfans möchten auch gar nicht so gerne über die Bedingungen im Umfeld der Veranstaltung nachdenken. Selbst die Kritik des DFB-Kapitäns Philipp Lahm wurde, vom Präsidenten der Europäischen Fußball-Union, Michel Platini, zurückgewiesen. Andere gingen ihn sogar härter an und gaben zu verstehen, dass dies zu bewerten nicht die Aufgabe eines Fußballers sei. Tja, aber wessen Aufgabe ist es dann? Unsere!

Wir haben auch lange überlegt und darüber nachgedacht, wie man sich zumindest mit den Mitteln die man hat, für Gerechtigkeit, Menschenwürde und Fairness einsetzen könnte. Und da gehört die Unterstützung der genannten Aktion ganz bestimmt dazu.

Es geht auch anders

Das nachhaltige Fan-Shirt! Das Mini-Label “Deutscher Fairness Bund” der Berliner Agentur Nest will während der EM 300 faire Shirts unter die Leute bringen. Es muss ja nicht immer Massenware sein.

Und wenn die ausverkauft sind, gibt es weitere von Fairtrade Deutschland: Gemeinsam mit Partner armedangels und in Kooperation mit 11 FREUNDE wurden zwei Shirts aus Fairtrade-zertifizierter Baumwolle aufgelegt.

Oder wie wäre es mit einem FairTrade-Fußball, um die besten Tricks der Stars nachzuspielen? Gibt es auch bei FairTrade Deutschland.

Und wer an ein weiteres, elementares Thema für Fans – den Durst – heran gehen möchte, findet hier ein paar interessante und überaus wichtige Informationen zur Auswahl des richtigen “Öko-Biers”.

So oder so: WeeYoo wünscht viel Spaß und wünscht sich ein faires und nachhaltiges Fußballfest – und das nicht nur auf dem Rasen. Jeder der will und kann, sollte sich dafür einsetzen. Und wer noch Anregungen dazu hat, kann uns gern anschreiben. Wir nehmen gern weitere Angebote hier auf.

SLH, Foto’s fotolia.com: 1:0 für uns! © JiSIGN

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