Für Flexitarier

Was bedeutet flexitarisch?

Der Flexitarier lebt bewusst und genussorientiert. Im Prinzip isst er alles gerne: Gemüse, Milchprodukte – und hin und wieder auch Fisch oder Fleisch. Dabei achtet er aber stets auf eine möglichst gute Qualität. Er kauft seltener tierische Produkte, dann aber im Bioladen oder vom Bauernhof seines Vertrauens. Der Sonntagsbraten kommt bei ihm zu neuen Ehren. In Rezepten spielt das Fleisch die Neben-, das Gemüse die eigentliche Hauptrolle.

Gesundheitliche Vorteile

Dieser Gelegenheitsvegetarier achtet auf seine Gesundheit und will entzündungsfördernde tierische Fette wie die Arachidonsäure reduzieren. Damit beugt er Herzkreislauf-Erkrankungen und vorzeitiger Alterung vor.

Umwelt-Bonus

Flexitarier leisten einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase. Besonders das aus der Nutztierhaltung freigesetzte Methan sowie das Lachgas sind problematisch. Methan ist 21 Mal schädlicher als Kohlendioxid, Lachgas sogar 310 Mal. Über den Gesamteffekt auf unser Klima sind sich die Forscher uneins. Angaben über den Anteil der Treibhausgase aus der Nutztierhaltung variieren zwischen 18 und 51 Prozent – je nachdem, ob Gebäudebau und –nutzung, Transport etc. mit einbezogen werden oder nicht. Laut Welternährungsorganisation der UNO ist die Nutztierhaltung ein schlimmerer Klimakiller als der gesamte weltweite Verkehr. Insbesondere der weltweit steigende Fleischkonsum bewegt den Flexitarier dazu, neue Wege einzuschlagen.

Für eine artgerechte Tierhaltung

Flexitarier lehnen Massentierhaltung ab und setzen sich mit ihrem Kaufverhalten für artgerechtere Modelle ein. Etwa 450 Milliarden Tiere leben heute weltweit in Massentierhaltung. In den USA leiden gar 99 Prozent der Nutztiere unter diesen qualvollen Bedingungen. Für Europa schwanken die Angaben je nach Land und Tierart zwischen 70 und 95 Prozent. Ziel der Massentierhaltung ist es, die Produktionskosten so weit wie möglich nach unten zu drücken, um den Verbraucher mit immer mehr und immer billigerem Fleisch zu versorgen. Die Auswirkungen sind katastrophal. Mit den nostalgischen Bildern aus der Werbung haben die realen Haltungsbedingungen nichts mehr gemeinsam.

Die Tiere leiden enorm unter diesen Haltungsbedingungen. Immer noch gibt es Menschen, die argumentieren, dass diese Wahrnehmung ein Anthropomorhismus sei – dass man Tiere also unzulässig vermenschliche. Doch in wissenschaftlichen Arbeiten konnten die Empfindungsfähigkeit und auch komplexe Gefühlsregungen der Tiere eindeutig nachgewiesen werden

Das Tierschutzgesetz ernst nehmen

Deutschland ist der inoffizielle Weltmeister in der Schweinefleischproduktion. Vor uns liegen nur China und die USA – und dort leben deutlich mehr Menschen. Im Grundgesetz steht festgeschrieben, dass den Tieren bis zu ihrer Schlachtung ein würdiges Leben gestattet werden sollte. Das Leben und das Wohlbefinden der Mitgeschöpfe sollen geschützt werden. Vermeidbares Leid und Schmerzen sind also zumindest theoretisch unzulässig, in der Praxis hierzulande aber leider die Norm.

Gegen die Überfischung der Meere

Bei Fischen sieht es nicht besser aus. „Auf zehn Thunfische, Haie und andere große Raubfische, die vor 50 bis 100 Jahren in unseren Meeren schwammen, kommt heute nur noch einer“, schreibt Jonathan Safran Foer in seinem Buch „Tiere essen“. Und weiterhin: „Viele Wissenschaftler sagen die völlige Auslöschung aller gefischten Arten in weniger als 50 Jahren voraus.“ Die modernen Fang-Methoden vergleicht er mit einem Krieg gegen die Tierwelt. Tatsächlich werden mittlerweile Echolot, Radar und GPS eingesetzt. Die Fischschwärme haben keine Chance mehr.

Flexitarier nehmen ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitgeschöpfen wahr, indem sie Fleisch aus angemessenen Haltungsbedingungen kaufen und ihren Konsum, auch von Fisch und Meeresfrüchten, auf ein vertretbares Maß reduzieren.

Leckere Rezeptideen

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