Für Veganer

Was bedeutet vegan?

Veganer mögen alles Pflanzliche und zaubern tolle, fantasievolle Gerichte aus Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide. Tierische Produkte lehnen sie durchweg ab. Ihr Argument (neben der oft nicht artgerechten Haltung): Auch Nutztiere, die wegen ihrer Milch oder ihrer Eier gehalten werden, kommen nach einer bestimmten Zeit auf die Schlachtbank – nämlich dann, wenn sie nicht mehr effizient genug „produzieren“.

Verflochtene Viehwirtschaft

Männliche Küken werden oft gleich nach der Geburt getötet, weil sie „keinen Nutzen erfüllen“. Eine Kuh muss mindestens einmal kalben, um Milch zu liefern. Die Kälber werden meist wenige Tage nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt und enden nicht selten ein paar Monate später als Gulasch im Kochtopf. Weil die einzelnen Elemente der Nutztierhaltung so verflochten sind, hält sich der Veganer am liebsten gleich ganz raus.

Effiziente Ressourcennutzung

Eine weitere Motivation vieler Veganer ist der Kampf gegen den Welthunger. Jeden Tag verhungern etwa 40.000 Kinder. Angesichts dessen halten es Veganer für unethisch, dass rund 50 Prozent der Welt-Getreideernte und 90 Prozent der Welt-Sojaernte darauf verwendet werden, Tiere zu mästen und immer mehr Fleisch und tierische Produkte für die Menschen in den Industrieländern zu liefern. Mit der typisch deutschen Ernährung könnten gerade einmal zwei Milliarden Menschen auf der Welt versorgt werden. Wir sind aber rund sieben Milliarden. Insbesondere das stetig steigende Bevölkerungswachstum verlangt danach, dass wir unsere Ressourcen effizienter nutzen. Es ist eine Milchmädchen-Rechnung: Je weniger tierische Produkte konsumiert werden, desto mehr Menschen können versorgt werden. Wer nicht 100 Prozent vegan leben möchte, kann z.B. ein veganes Gericht pro Woche ausprobieren – auch kleine Aktionen helfen.

Nährstoff-Versorgung

Die meisten Veganer sind top-informiert, was ihre Ernährung angeht. Ganz bewusst stellen sie Eiweiß-, Eisen- und Zinklieferanten zusammen, damit sie keine Mangelerscheinungen erleiden. Das geht am besten, indem man Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen oder Erbsen kombiniert. Gleichzeitig nehmen sie immer auch etwas Vitamin C-haltiges zu sich, damit das pflanzliche Eisen optimal vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann. Das kann ein Glas frisch gepresster Orangensaft zum Essen sein, ein Spritzer Zitronensaft oder frisches Obst zum Nachtisch. Außerdem achten Veganer darauf, ihre Eisenquellen nicht mit oxalsäurehaltigem Gemüse wie Spinat und Rhabarber zu kombinieren, weil diese die Eisenaufnahme behindern.
Als Jodquelle kommen Meeresalgen in Frage, wie zum Beispiel Nori, Arame, Wakame oder Hijiki (erhältlich im Bioladen). Diese werden zerkleinert und in kleinen Mengen den Getreide-Hülsenfrucht-Gerichten zugegeben. Dadurch erhalten diese eine besonders würzige Note. Als Nordeuropäer sollte man allerdings immer darauf achten, dass die meist recht Jod-entwöhnte Schilddrüse nicht zu viel auf einmal aufnimmt. Denn ein Überschuss kann zu Fehlfunktionen führen. Deshalb immer genau die Anwendungsbeschreibung auf der Packung befolgen.
Knackpunkt der veganen Ernährung ist das Vitamin B12. Dieser Nährstoff schützt das zentrale Nervensystem, denn er baut das Stoffwechselprodukt Homocystein ab. Erhöhte Homocystein-Werte stellen ein bedeutendes Herzkreislauf-Risiko dar. Weiterhin kann ein Vitamin B12-Mangel auf psychischer Ebene zu Ängsten und Depressionen, Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisschwäche führen. Zudem ist Vitamin B12 unerlässlich für die Bildung roter Blutkörperchen. Zur optimalen veganen B12-Quelle gibt es verschiedene Theorien. Einige sagen, dass unsere Dickdarm-Bakterien diesen Nährstoff bei überwiegend pflanzlicher Ernährung selbst herstellen. Dem entgegnen andere, dass dieses B12 nicht von der Darmwand resorbiert wird. Dann wird Sauerkraut als B12-Quelle gepriesen. Auch dieses soll schlecht aufgenommen werden. Mittlerweile kann das Vitamin B12 auch synthetisch hergestellt werden und wird sogar häufig veganen Produkten wie Soja- oder Reismilch zugesetzt. Egal, welche Quelle Veganer nutzen – ein jährlicher Bluttest zur Bestimmung des B12-Spiegels ist in jedem Fall empfehlenswert.

Leckere vegane Rezeptideen

[big-sep]