Meditation und Sex
Fürs Gehirn dasselbe
Sex und Meditation haben etwas gemeinsam: Im besten Fall lösen sie die Grenzen des Selbst auf und lassen uns zumindest vorübergehend unser Ego überwinden. So stellte die irische Forscherin Gemma O’Brien von der University of New England fest, dass meditierende Menschen und Menschen, die gerade einen Orgasmus haben, jeweils eine Veränderung der körperlichen und mentalen Selbst-Wahrnehmung erleben. Beides fühle sich an, als würde man sich quasi selbst auflösen, mit dem Universum oder eben mit seinem Partner verschmelzen.
So bleibt frau bei der Sache
Eine andere Studie der Universität Brown in Rhode Island zeigt, dass Meditation hilft, den ständig schnatternden “Affengeist” in uns zu beruhigen – diesen kritischen Selbstbeobachter in uns, der fortwährend alles kommentiert: “In 15 Minuten muss ich das Essen vorbereiten”, “Meine Beine habe ich das letzte Mal vorgestern rasiert”, “Ich muss noch Klopapier kaufen gehen”.
Bei Frauen ist dieser ständige Kritiker scheinbar deutlich ausgeprägter als bei Männern, was so manch lustvolles Erlebnis einschränken kann. Denn er sorgt dafür, dass die eigene körperliche Selbstwahrnehmung leidet und nur verzögert stattfindet.
In der Studie unter der Leitung von Gina Silverstein mussten die Testpersonen (30 Frauen, 14 Männer) einen 12-wöchigen Meditationskurs absolvieren. Zu Beginn und Ende der Studie wurden ihnen jeweils eine Reihe sexuell stimulierende Bilder vorgelegt. Frauen ohne Meditationserfahrung brauchten sehr viel länger, um ihre Erregung durch den visuellen Reiz zu bemerken. Nach 12 Wochen Meditation hingegen hatte sich ihre Wahrnehmung von Innenreizen – also was in ihrem Körper geschieht – deutlich verbessert. Forscherin Silverstein fasst zusammen: “Es ist beeindruckend, wie achtsame Meditation zu mehr Selbst-Liebe führt, Ängste abbaut und die Aufmerksamkeit verbessert.”
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