Nano-Partikel
Risiko für Hirn und Lunge
Titanoxid-Nanopartikel können Gehirnzellen und andere Neuronen des Zentralnervensystems abtöten, das haben britische Forscher der University of Plymouth nachgewiesen. Schon länger war diese Auswirkung aus der Labor-Petrischale bekannt, nun wurde sie im Tierversuch bestätigt. Titanoxid-Nanopartikel, die derzeit auch für die Nahrungsmittelindustrie in Erwägung gezogen werden, verursachten in dieser Studie Löcher (!) im Gehirn von Forellen.
Professor Richard Handy äußerte sich besonders besorgt, weil dieser Effekt Parallelen mit Quecksilber-Vergiftungen aufweist. “Eine Sorge ist, dass diese Materialien bioakkumulativ sein könnten und eine fortschreitende oder anhaltende Bedrohung für wild lebende Tiere ebenso wie für Menschen darstellen könnten”, fürchtet der Experte. Gemeint sind unabschätzbare Langzeitfolgen, die wir möglicherweise jetzt mit unserer Unbekümmertheit verursachen. Doch wie wir die Geister, die wir riefen, später wieder los werden, weiß niemand.
Neurodegenerative Krankheiten, auch Parkinson und Alzheimer, werden mit Nano-Partikeln in Verbindung gebracht – ebenso wie verschiedene Lungenerkrankungen wie Asthma, Bronchitis, Lungenemphysem und -krebs. In einem Artikel im Fachmagazin Journal of Molecular Cell Biology wiesen chinesische Experten darauf hin, dass eine bestimmte Gruppe von Nano-Partikeln, die in der Medizin verwendet werden (sogenannte PAMAMs) Lungenzellen abtöten können.
Auch für die Umwelt sind Nano-Partikel eine Bedrohung. Wie nun eine Schweizer und eine chinesische Studie zeigen, können Kohlenstoff-Nanoröhrchen (CNT) das Algen-Wachstum in Gewässern hemmen und die Membrane von Einzellern schädigen. Algen bilden die Nahrungsgrundlage für das Wasserleben, insofern ist das zunehmende Spiel mit den kleinen Bausteinen eine Gefahr für die Ökosysteme unserer Gewässer und allem, was damit in Zusammenhang steht.
Lies weiter auf Seite 2: Was genau sind Nanopartikel, wo sind sie enthalten und wie kann ich mich schützen?
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