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Occupy Wall Street

Occupy Wall Street

Menschen gegen das Finanzsystem

 

Der 9-jährige Sam weiß genau, warum er hier ist: um für Gerechtigkeit zu kämpfen. “Die machen das Gegenteil von Robin Hood”, sagt er. “Sie stehlen von den Armen, was sie zum leben brauchen und geben es den Reichen. Das macht keinen Sinn.” Etwa 2000 Menschen marschierten am Samstag, den 17. September 2011 in den Financial District von Manhattan. “Power to the people, not to the banks”, riefen sie im Chor. Schließlich campierten hunderte in Schlafsäcken auf der Straße, um ihre Proteste an den nächsten zwei Tagen fortzusetzen. Zu Konflikten zwischen dem massiven Polizei-Aufgebot und den Protestlern ist es bisher nicht gekommen.

Unter den Demonstranten der Occupy Wall Street-Bewegung sind Arbeiter, Gewerkschaftler – und vor allem junge, hoch qualifizierte Menschen, die nun arbeitslos vor einem unendlich groß erscheinenden Schuldenberg stehen. “Ich habe so viel Geld investiert, um mein Diplom zu erlangen”, klagt ein Mann. “Nun ist es komplett wertlos.”

 

“Enough is enough”

Geld diktiert die Politik, darin sind sich die Demonstranten einig. Paradebeispiel sei der derzeit amtierende Bürgermeister Michael Bloomberg, dessen Vermögen aktuell auf 18 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Die Menschen fordern mehr Partizipationsmöglichkeiten in der Politik, einige sprechen auch von einer Reformation des Finanzsystems. Denn das Schuldsystem mit dem Zinseszins wird als direkter Betrug und Ausbeutung der Massen gesehen. Wer Geld verleiht, erhält mehr zurück – deutlich mehr. Verliehen wird z.B. mit 10 Prozent Zinsen, Sparer erhalten z.B. 2,5 Prozent. Die Banken machen Gewinn ohne reale Wertschöpfung. Dann werden auch noch die Zinsen verzinst. Mit jedem Jahr, in dem eine Schuld nicht abgetragen wird, erhöht sich der Defacto-Betrag, den der Kreditnehmer zurückzahlen muss. Als klassisches Beispiel für die Perversion dieses Systems wird gerne der sogenannte Josefs-Cent angeführt:  Hätte Josef vor 2000 Jahren einen Cent geliehen, mit angenehmen 5 Prozent verzinst, wäre er bei ausbleibender Rückzahlung nach 1450 Jahren eine ganze Erdkugel aus purem Gold schuldig gewesen – und heute 286 Milliarden Klasse-M-Planeten aus purem Gold…

Die Menschen, die derzeit die Wall Street besetzen, haben genug von diesem System und fühlen sich bestohlen: “Wenn wir so etwas tun würden, säßen wir hinter Gittern. Wenn ein Banker das macht, bekommt er einen dicken Bonus”, sagt ein wütender Mann. Im Moment sind die Proteste noch überschaubar, doch es bleibt abzuwarten, ob die Politik- und Finanzwelt jetzt Redebereitschaft zeigt. Ansonsten könnten die Demonstrationen weiter zunehmen, einige Teilnehmer sprechen sogar  von dem Vorbild des “arabischen Frühlings” und dass es Zeit sei, auch in den USA vollkommen neue Strukturen einzuführen. Aktuelle Entwicklungen kannst Du unter occupywallst.org verfolgen.

DW, Fotos © pweiskel08

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  1. 21. September 2011 um 15:22 Uhr

    Hallo,

    ich kann Lara nur zustimmen. Ich habe auch das Gefühl, als läge Veränderung in mehrfacher Hinsicht in der Luft. Ich hoffe nur, dass auch wirklich etwas Positives passiert und nichts ins Negative umschlägt (siehe Krawalle in London).

    Viele Grüße, Stefanie

  2. Deborah
    20. September 2011 um 17:41 Uhr

    Ein weiteres interessantes Video hierzu: http://www.youtube.com/watch?v=zx19waGfSiM&feature=player_embedded
    Und hier die Auflösung des Sitz-Protestes. Der junge Mann, der schreit: “Ich kann nicht atmen”, ist Asthmatiker. Statt ihm sein Asthmaspray zu gewären, um das er fleht, setzten sich die Polizeibeamten auf seine Brust. http://www.youtube.com/watch?v=jYaA-34c-vI&feature=youtu.be

  3. Lara
    20. September 2011 um 12:38 Uhr

    Leute es tut sich was. Seht nur hin, die Menschen gehen auf der ganzen Welt auf die Straße und fordern ihre Rechte ein, ihr Leben zurück. Erst der “arabische Frühling” dann der Wahlerfolg der Piratenpartei in Berlin und nun Demonstrationen in New York. Ich finde das sehr gut. Weiter so. Viel mehr Menschen sollten sich erheben, aufstehen und für ihre Rechte und Bedürfnisse eintreten.

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