Nachhaltig leben - so geht's

Tipps und Hintergründe – Gutes tun, shoppen, sparen

 

Öko-Dinge, die die Welt NICHT braucht

Öko-Dinge, die die Welt NICHT braucht

Unsere TOP TEN der Fehlentwicklungen

Platz 1: Der Kaka-Burger

Shitburger, entwickelt vom jepanischen Professor Mitsuyuki Ikeda Aus menschlichen Exkrementen extrahiert der japanische Forscher Mitsuyuki Ikeda Proteine, die er dann mit Sojasoße verfeinert und zu einem Burger zusammenpresst. Momentan kostet der 20 mal so viel wie Fleisch, nach Markteinführung soll er dann nur noch genauso viel kosten. Sollte es irgendwann eine Fastfood-Kette mit Namen Mc Klo geben – wir bleiben lieber bei Seitan, Tofu und Quorn als feine vegetarische Eiweißlieferanten.

 

Platz 2: In Plastik eingeschweißte Bio-Gurken

Ohne Worte.

Platz 3: Bio-Äpfel aus Neuseeland

havarierter Frachter Full City Norwegen 2009… die gerne auch mal in Plastik eingeschweißt hier ankommen. 23.000 Kilometer im Containerschiff übers Meer, ca. 4.375 Liter Schweröl (und immer wieder das Risiko eines Öllecks) – für ein Produkt, dass eigentlich auch gleich auf Nachbars Wiese wächst. Der Bonner Agrar-Wissenschaftler Michael Blanke hat errechnet, dass die Energiebilanz der Importäpfel 30 Prozent höher liegt als die deutscher Äpfel, die im Winter in Kühlhäusern eingelagert werden. Im Spätsommer und Herbst, wenn hier die Äpfel frisch geerntet werden, dürfte die Differenz noch deutlich größer ausfallen. Hier wird auch wieder deutlich, dass der Begriff “Energiebilanz” Definitionssache ist. Der britische Guardian berichtet über Schweröl: “Vertrauliche Daten der maritimen Industrie zeigen, dass nur 15 der größten Schiffe dieser Welt so viel Umweltverschmutzung verursachen wie alle 760 Millionen Autos dieser Erde.” Neben Kohlendioxid werden riesige Mengen Schwefel- und Stickoxide sowie Ruß emittiert.

Platz 4: Saufen für den Regenwald

Biertrinker als KlimaheldHeutzutage muss man kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn man an einem Montagabend mit drei Kisten Bier an der Supermarktkasse steht, denn die Krombacher-Brauerei ist 2002 auf eine findige Idee gekommen: Eine „Ökokooperation“ mit dem WWF, zum Schutz des Regenwalds. Davon haben vermutlich alle profitiert – außer der Regenwald. Insgesamt handelt es sich um 80 Quadratkilometer, also etwa der Fläche der Stadt Mainz, die geschützt werden soll. Wie genau das passiert, ist unklar, denn Wilderei findet nach wie vor statt, auch wenn dagegen vorgegangen werden soll. Krombacher Pressesprecher Dr. Franz-Josef Weihrauch verneint diese Realität nicht, sagte aber gegenüber dem Fernsehsender 3sat: “In der Werbung zeigen wir natürlich nicht mal erst den Elefanten, der tot am Boden liegt, sondern begeistern den Verbraucher mit den faszinierenden Bildern.” Auch eine gerichtliche Rüge gab es schon, mittlerweile ist die Kampagne eingestellt. Den Akteuren hat es trotzdem viel gebracht: Krombacher bekam ein grünes Image, der WWF durfte mal wieder sein schnuckeliges Pandalogo verwenden und der fussballguckende Ottonormalverbraucher der angesprochenen Zielgruppe ist jetzt ein Klimaheld.

Platz 5 – Live Earth: Popo wackeln für das Weltklima

Einige erinnern sich wohl noch an dieses denkwürdige Ereignis in der Geschichte des Umweltschutzes: Al Gore organisierte 2007 eine interkontinentale Konzertreihe für den Klimaschutz. Er setzte auf qualifizierte Experten als Botschafter: hüftschwingende Privatjetbesitzer und Lifestyle-Kosmopoliten, kurz Popstars genannt. Vertreter und “Vorbilder” wie die Pussycat-Dolls plädierten für einen nachhaltigeren Lebenswandel – was sie scheinbar darunter verstehen, zeigt dieses Video

Platz 6: Der Müll-Stuhl

Design: Nick DeMarcoRecycling reloaded: Dieser Stuhl ist partytauglich, vor allem für das Aufräumen danach. Überall liegen Flaschen, Dosen und versiffte Klamotten herum und unter dem Teppich ist schon alles voll? Dann stopf es einfach in diese aus umweltfreundlichem Kunststoff hergestellte Hülle des XS Chair – designed von Nick DeMarco am „California College of the Arts“. Dieser Stuhl ist so individuell wie dein persönliches Chaos und dank der leeren Dosen knirscht er sogar beim Hinsetzen.

Platz 7: Energiesparlampen

EnergiesparlampeGerade erst wurden die alten Thermometer gesammelt, jetzt haben wir eine neue Verwendung für Quecksilber. Und vielleicht ersetzt die Energiesparlampe sogar noch das Kondom, denn wer will sich schon fortpflanzen, wenn man unter diesem Licht ungefähr so attraktiv aussieht wie ein Stück drei Tage alte Wurst und der Elektrosmog sowie möglicherweise giftige Phenol-Dämpfe zudem für die berühmt-berüchtigten Kopfschmerzen sorgen. Heute ist übrigens der letzte Tag zum 60-Watt-Glühbirne kaufen. Der Vertrieb des sogenannten Heatballs  ist momentan untersagt worden…

Platz 8: Dreirad-Öko-Rasenmäher

Dreirad-RasenmaeherKinderarbeit für den Klimaschutz. Wir finden: mal wieder eine dieser gründlich misslungenen „Zwei in Eins“ Erfindungen, so wie ein Zigaretten-Regenschirm (gibt es) oder Mundwasser mit Steakgeschmack (gibt es hoffentlich nicht).

Platz 9: Der Kippen-Poncho

Alexandra Guerreros Kippen-Poncho Die chilenische Designerin Alexandra Guerrero meint, die Lösung für das omnipräsente Problem herumliegender Kippen gefunden zu haben. Bereits über 5.000 gereinigte Zigaretten-Stummel hat sie verarbeitet. So könne man verhindern, dass der Abfall weiter auf der Erde liegt und u.a. das Grundwasser verseucht. Diese Art von Kleidung klingt nicht besonders einladend…

Platz 10: Der RWE-Energieriese

Diese gutmenschelnde Stromwerbung säuselt uns im Kinosaal mit einem zuckersüßen Lied voll und vernebelt unsere Sinne mit einem sympathisch anmutenden Riesen, der ganz offensichtlich ein Herz für die Natur hat. Zu spät bemerken wir, dass es sich dabei um den Energieriesen RWE handelt (nach eigenen Angaben 61 Prozent fossile Quellen, 17 Prozent Kernkraft und nur 22 Prozent erneuerbare Energien), der immer noch dabei ist, Kohle- und Gaskraftwerke zu bauen. Dieser Werbespot ist das geistige Äquivalent des Kakaburgers…

VW/DW, Fotos: Kaka-Burger: Screenshot aus diesem Video, Mann mit Bier: © Alexander Raths – Fotolia.com, Havarierter Frachter: © Project Blue Sea, Müll-Stuhl: © Demarconia.com, Energiesparlampe © Herbie – Fotolia.com, Kippen-Poncho: Treehugger.com, Dreirad-Rasenmäher: TotallyAbsurd.com

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  1. 3. September 2011 um 22:39 Uhr

    LOL! Witzig!

  2. Heike
    31. August 2011 um 14:10 Uhr

    es ist richtig, dass die Energiebilanz von Importäpfel 30 % höher liegt als bei deutschen Äpfeln. Die wird allerdings sofort zunichte gemacht, wer seine deuschten Äpfel mit dem Auto einkaufen fährt.

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