Oneness
Du bist ich, ich bin Du
Die Welt um uns herum scheint immer komplexer zu werden. Wir sind immer stärker miteinander vernetzt. Wirtschaftliche Instabilität in „fernen“ Ländern bekommen wir nun hautnah zu spüren. Wir wachsen als Welt in „Abhängigkeiten und Bedingungen“ zusammen und müssen unweigerlich spüren, dass die Folgen unserer Handlungen nicht mehr nur regional oder national sondern international sind. Was immer wir tun, es hat Auswirkungen auf alle – auf die gesamte Menschheit, auf unseren gesamten Planeten Erde.
So sieht die Welt aus der Adlerperspektive aus. Doch was ist mit der kleinen Froschperspektive unseres Alltags? Freunde, Bekannte und Kollegen findet man einfach und bequem bei Facebook und Co, doch den eigenen Nachbarn, den erkennt man nur selten auf der Straße und grüßt ihn. Verstohlene Blicke in U-Bahnen oder Bussen, genervte Kunden und Verkäufer, gestresste Autofahrer, schnell sinken die Hemmschwellen und Aggressionen machen sich breit. Um sich auszutauschen wird sich seltener persönlich getroffen und mehr per Chat, SMS oder Mail kommuniziert. Ob aus Bequemlichkeit oder Zeitmangel – sich regelmäßig mit der Welt “in natura“ zu beschäftigen, daran muss man sich manchmal regelrecht erinnern.
Rückkehr zum eigentlichen Selbst
Doch auf diese Weise entfremden wir uns nicht nur von anderen, sondern auch von uns selbst. Das Hamsterrad des Alltags hindert uns nur zu leicht daran, unseren Lebensstil in Frage zu stellen oder andere Konzepte anzuschauen. Auch Sven vom WeeYoo-Team kam vor einigen Jahren an den Punkt, wo sich sein Hamsterrad zu schnell drehte. “Ich agierte ständig im Außen und entfremdete mich so von meinem Inneren”, erzählt er. Die Folge war irgendwann ein körperlicher Zusammenbruch. Doch das, so sagt er jetzt, war das Beste das ihm jemals geschehen konnte.
“Ich erkannte, dass eine meiner tiefsten Sehnsüchte ist, ganz eins zu sein – und zwar im gegenwärtigen Moment in mir selbst und mit allem Leben”, sagt Sven heute. “Für mich ist das der einzige Zustand, der mich vollständig befriedigt, denn vermeintliche Werte wie mein Haus, mein Auto und mein Boot sind vergänglich.” Vor drei Jahren begann er also auf der Suche nach tieferem Sinn die Beschäftigung mit Oneness, reiste sogar nach Indien zur Oneness-University, um das Konzept dort tiefer zu studieren.
“Tragen nicht die meisten Menschen eine latente Unzufriedenheit in sich, ein treibendes Gefühl, nicht angekommen zu sein, nicht vollkommen oder perfekt zu sein? Das kann auch die Sehnsucht nach der Einheit mit allem sein”, sagt Sven heute.
Seiner Meinung nach kann Oneness helfen, die vielen Einzelaspekte der Welt trotz oder gerade wegen ihrer großen Vielfalt und Komplexität zusammen zu halten. “Die Welt ist Vielfalt in Einheit, ein großer lebendiger Organismus”, sagt er. “Ein Geschenk des Lebens an sich selbst. Oneness – also Einssein – ist der natürliche und ursprüngliche Zustand des Lebens, die grundlegende Wahrheit inmitten der immensen Vielfalt in unserer Schöpfung. Ohne Einheit in der Vielfalt würde nichts zusammenlaufen. Einheit ist die gemeinsame Quelle von allem, was existiert.”
Mit Herz und Intuition
In unserer Kultur werden wir darauf trainiert, vor allem die Unterschiede zwischen uns und den anderen wahrzunehmen. Ständig bewerten und katalogisieren wir: Diese Person ist älter, jünger, dümmer oder klüger als ich. So wird die Trennung zwischen uns als Individuen betont, wir entfernen uns voneinander. Diese Art zu denken wird durch die meisten Medien noch verstärkt. Doch was ist mit all den Aspekten, die uns vereinen? Die Essenz des Menschen, die der gesamten Menschheit gemein ist? Wie sehr berührt es unser Herz, wenn wir Zeit mit einem Menschen verbringen und auf einmal bemerken, wie viel wir mit ihm gemeinsam haben…
Über einen intuitiven Zugang, über das Herz statt den Kopf, sollen wir gemäß dem Oneness-Gedanken wieder zueinander finden. Denn Gedanken seien die Wurzel allen Leids, das meint z.B. Schauspieler und Komödiant Jim Carrey, der wohl prominenteste Vertreter der Oneness-These. “Früher habe ich manchmal ein bis zwei Stunden pro Tag damit verbracht, an jemanden zu denken, den ich nicht mag”, erzählte er bei der Oprah-Show. “Ich spielte mental Diskussionen durch – wenn der das sagt, werde ich jenes sagen… Heutzutage, wenn ich bemerke wie ich mich verstricke, sage ich mir: Hey, ich bin hier und er ist nicht da – was ich hier tue ist eine Verschwendung mentaler Energie.” Das reine Bewusstsein hingegen, dass unsere Gedanken wahrnimmt, ist für Carrey unser wahres Selbst und gleichzeitig unsere Verbindung zum Universum und zu allem um uns herum.
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Auf Seite 2: Der Stoff, aus dem das Universum gewebt ist, Interdependenz als natürliches Grundprinzip














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Oneness beschreibt ja zunächst einmal eine mystische Erfahrung – dass wir alles sind, oder dass alles in uns ist, oder dass aus uns heraus alles entstanden ist…
Hat man diese Erfahrung nicht in seinem Bewusstsein gegenwärtig, ist es für den Verstand schwer, “Oneness” zu verstehen. Dabei hilft sicherlich die Annäherung über Konzepte wie “Interdependenz”, welche mittlerweile ja auch wissenschaftlich über die Chaostheorie, die theoretische Physik und von vielen empirischen Wissenschaften (u.a. der Biologie) immer weiter bestätigt wird.
Das schönste Bild, das ich kenne, um Oneness zu verdeutlichen, ist “Indra’s Web”. Ein Gewebe von Perlen, wobei jede Perle zum einen mit jeder anderen Perle verbunden ist. Und außerdem jede Perle sich in jeder anderen Perle spiegelt. Ich mag dieses Bild besonders, da hier die von unserem Verstand empfundene Getrenntheit gleichzeitig zu einer kompletten Interdependenz und Verbundenheit mit allem bildlich verdeutlich wird.
Das symbolträchtigste Bild, das ich kenne, um Oneness zu verdeutlichen, ist das Internet. Alles ist jederzeit von jedem Ort zugänglich (vorausgesetzt man hat die technische Infrastruktur). Dass der Menschheit diese Technik zu dieser Zeit in ihrer Entwicklung gegeben wurde, hat wohl nicht nur “äußere” Bedeutung. Die Einheit ist nunmehr für die Sinne wahrnehmbar und erlebbar.
Jedoch, wie viele von uns wissen, beruht jedes äußere Ereignis auf einer inneren Realität. Und die Tatsache, dass wir im Außen Einheit erfahren können, zeigt damit auch eine Veränderung hin zu einer inneren Einheit dieser Welt an.