Pflanzenbasierte Ernährung schützt Gesundheit und Umwelt
Nach 300 Studien kommt Dr. Campbell zu dem Schluss: Tierische Proteine können das Krebswachstum fördern, pflanzliche Proteine können es dagegen hemmen und uns gesund erhalten. Einer von vielen Gründen, knackiges Gemüse auf unseren Tellern die Hauptrolle spielen zu lassen…
Pflanzenbasierte Ernährung
schützt Gesundheit und Umwelt
Etwa 200 Gramm Fleisch isst ein Deutscher durchschnittlich pro Tag. Das summiert sich jährlich auf etwa 80 Kilo Fleisch pro Person. Macht bei 82 Millionen Einwohnern tatsächlich 6,5 Milliarden Kilo Fleisch für ganz Deutschland. Und wo soll das Ganze herkommen?
Um derartige Quantitäten zu produzieren, ist es gar nicht möglich, Tiere artgerecht zu halten. Im Akkord züchten, mästen, töten heißt die Devise und dazwischen ein kleines bisschen qualvoll leben. Massentierhaltung eben. Eine direkte Konsequenz der großen Nachfrage. Also etwas, dass sich ohne eine Wandlung unseres Konsumverhaltens nie ändern wird.
Dabei schadet Fleisch aus Massentierhaltung unserem Körper, ebenso wie die Intensiv-Landwirtschaft der Umwelt und dem Klima. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) raten, je nach Körperbau und physischer Leistung maximal 300 – 600 Gramm Fleisch pro Woche zu essen. Für die meisten von uns bedeutet das im Prinzip ein Sonntagsbraten oder im Sommer ein Grillabend. Unsere Großeltern haben noch genau das früher praktiziert: Fleisch wurde als etwas Kostbares angesehen und wurde in den meisten Familien nur selten aufgetischt.
Für die Umwelt ergibt sich vor allem bei wachsender globaler Nachfrage folgendes Problem: Fleisch liefert höchst ineffizient produzierte Kalorienmengen. Denn für jede tierische Kalorie muss das Schwein, Huhn oder Rind erst einmal sieben pflanzliche Kalorien zu sich nehmen. Die Folge: Riesige, monotone Anbauflächen für Tierfutter breiten sich aus, setzen Ökosysteme unter Druck. Insbesondere in Lateinamerika werden riesige Sojafelder – zu großen Teilen genmanipuliert – zu genau diesem Zweck angelegt. Gespritzt werden sie mit hochgiftigen Chemikalien wie z.B. Monsantos Roundup.
Pflanzenbasierte Ernährung kann Krebs im Frühstadium entgegenwirken
Eine pflanzenbasierte Ernährung ist also effizienter und nachhaltiger. Sie fördert global gesehen kleinbäuerlichen Anbau und damit weniger Abhängigkeit von großen Agrarkonzernen. Doch auch unserer Gesundheit tun wir einen großen Gefallen, wenn wir unseren Fleischkonsum reduzieren.
Dr. T. Colin Campbell, Professor Emeritus der Cornell University war ein überzeugter Vertreter der These, dass tierisches Protein gut für den menschlichen Körper ist. 300 Studien später musste er seine Meinung gründlich revidieren, wie er in der huffington post erzählt. So entdeckte er eine überzeugende Korrelation zwischen der Ernährungsweise und der Entwicklung von Krebs.
Tumore im frühen Stadium, also bevor sie anderes Gewebe penetrieren oder beginnen zu streuen, können sich zurückentwickeln. In dieser Phase sind pflanzliche Nährstoffe und Antioxidantien extrem hilfreich. Tierische Proteine hingegen fördern das Wachstum des Tumors geradezu, so Dr. Campbell. Lediglich zwei bis drei Prozent aller Krebsarten seien tatsächlich ausschließlich genetisch bedingt, fügt er hinzu und bestätigt so die Erkenntnis des Zellbiologen Dr. Bruce Lipton. Der Rest hänge mit Ernährung und Lebensstil zusammen. Somit sei die pflanzenbasierte Ernährung das wichtigste Mittel, um Krebs vorzubeugen.
Kasein fördert Tumor-Wachstum
und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Dr. Campbell unterscheidet zwischen sogenannten Initiatoren bzw. Karzinogenen (Chemikalien oder Strahlung, die unsere Gene stören und mutieren lassen) und Promotoren, also Substanzen, die das Wachstum von Tumoren fördern. “Unsere Arbeit zeigt, dass Kasein der relevanteste Promotor ist, der je entdeckt wurde”, sagt er.
Kasein ist mit 87 Prozent der Hauptbestandteil von Milchprotein. Es sorgt laut Dr. Campbell für ein saures Milieu im Körper und verändert die Hormon-Zusammensetzung ebenso wie Enzym-Aktivitäten. Diese drei Faktoren fördern das Wachstum von Tumoren. Ebenso würden Cholesterin-Werte ungünstig verändert und Arterienwände angegriffen, was zur Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen führen kann.
Von seinen eigenen wissenschaftlichen Ergebnissen war Dr. Campbell so beeindruckt, dass der ehemalige Fürsprecher für Milchprodukte eine komplette Kehrtwende gemacht hat. Sein Plädoyer lautet nun: Tierische Proteine sollten komplett von der Ernährung eliminiert werden. Von der Empfehlung, alles nur in Maßen zu konsumieren, hält er wenig. “In Maßen” bedeute für jeden Menschen schließlich etwas anderes und könnte deshalb schlimmstenfalls zum Tode führen.
Eine radikale Position, aber auch ein wichtiger Denkanstoß. Wer beginnen möchte, sich pflanzenbasiert zu ernähren, findet wichtige Tipps zur Nährstoffversorgung sowie leckere Rezepte auf unseren Seiten Für Vegetarier und Für Veganer. Wie weit man bei einer Ernährungsumstellung gehen möchte, ist eine höchst persönliche Entscheidung und hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Eines ist jedenfalls klar: Knackiges, buntes Gemüse, leckere Salate und saftiges Obst sollten auf unserem Teller die Hauptrolle spielen. Wer sich Tipps und Begleitung wünscht, kann sich zur individuellen Ernährungsberatung bei uns melden.
DW, Fotos: Anne Oschatz
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