Mein “Verpackungsarm Einkaufen”-Experiment

Eine Woche lang hat Sami ein Experiment durchgeführt: Ist es möglich, als berufstätiger Städter verpackungsarm einzukaufen? Warum der sonst so ausgeglichene Öko am Ende ziemlich wütend war…

Mein “Verpackungsarm-Einkaufen”-Experiment

Samis Wort zum Wochenende

Verpackungshaufen

Ganz vermeidbar war’s leider nicht: So viel Müll ist dann doch innerhalb einer Woche bei Sami angefallen

Es war also ein Selbstexperiment. Eine Woche lang habe ich versucht, da „draußen“ in der Mitte der Stadt so verpackungsfrei wie möglich einzukaufen. Es ging einfach nicht. Die Inspiration, die mir der Artikel Verpackungsfrei einkaufen einhauchte, machte mich am Ende nur noch wütend. Und das soll mal was heißen! Ich als eigentlich per definitionem ausgeglichener Öko mit dem Aszendenten Waage!

Ich versuche ja schon länger, im Alltag nicht all zu viel Müll zu produzieren. Natürlich aus ökologischen Gründen, aber auch teilweise aus purer Faulheit. Wer will schon täglich schwere Mülltüten drei Stockwerke herunter tragen? Bei meinem Experiment war das Ziel, möglichst müllfrei durch die Woche zu kommen. Dabei gab es folgende Rahmenbedingungen: Ich wohne mitten in der Stadt und habe nicht die Möglichkeit, einfach mal beim Bauern vorbeizuschauen. Auch auf den Wochenmarkt schaffe ich es nicht allzu häufig, weil ich den ganzen Tag arbeite. So viel nur schon einmal vorweg.

Letzte Woche hatten wir unserer WG 30 Freunde zu Besuch und haben eine Burger-Party gemacht (immerhin fünf davon waren aus Tofu), was neben dem explodierten Bier in der Tiefkühltruhe auch einiges an Resten übrig gelassen hat. Sowas gehört allerdings auch zur Rechnung. Milchtüten, Verpackungskartons für Nudeln, abgewogene Champignons in Plastiktüten, Tetra-Paks und Plastikflaschen (der O-Saft darin war immerhin frisch gepresst!), noch mehr Verpackungskartons für Tiefkühlspinat, Schlagsahne im Plastikbecher, Hundefutter in Plastiktüten und, und, und…

Es fiel mir wirklich schwer, den Einkauf verpackungsfrei zu gestalten. Was ich aber sagen muss, ist, dass ich es doch einigermaßen geschafft habe, „verpackungsarm“ einzukaufen. Der Pappkarton für die Nudeln ist z.B. besser recycle- und abbaubar. Die Plastikflaschen waren aus unerklärlichen Gründen nicht wiederverwertbar. Wäre wieder was fürs Upcycling… Hmm…

 

Umweltaktivist Sami Hamed

Zumindest konnte ich ein paar Sachen feststellen. Es ist schwierig, in der Stadt verpackungsfrei einzukaufen. Man kann nicht einfach seine eigenen Tüten, Beutel und Tupperdosen mitbringen und (nach)füllen. Man schafft es aber sparsam einzukaufen, indem man möglichst viel lose Ware in den Korb legt und bei Abgepacktem größere Packungen nimmt (hier ist weniger Verpackung im Verhältnis zum Inhalt). Pappkartons ziehe ich ab jetzt Plastiktüten vor, Getränke (wenn’s nicht gleich der Tee ist) kauf ich in wiederverwertbaren Glasflaschen und den Hund lass’ ich einfach kurz beim Metzger stehen.

Sami Hamed ist 19 Jahre alt, war schon bei der Umweltbehörde Hamburg und dem P.E.N.-Zentrum Deutschland beschäftigt und ist WeeYooler der ersten Stunde. In seiner Freizeit übernimmt der überzeugte Vegetarier gerne Bachpatenschaften, organisiert Flashmobs und macht Capoeira. Kürzlich hat er die Patenschaft für ein Kind in Paraguay übernommen.

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