Slavery Footprint
Wieviele Sklaven arbeiten für Dich?
Sklaverei – das ist doch längst eine Sache vergangener dunkler Jahrhunderte, oder? Leider nicht. Immer noch werden Menschen gekauft, verkauft und hin- und hergeschleust, um schließlich ohne Lohn zu schuften. Die Menschenrechtsorganisation terre des hommes schätzt ihre Zahl auf 12 Millionen, der weltweit führende Sklaverei-Experte Kevin Bales (Buch für 22 Euro “Die neue Sklaverei”) geht gar von 27 Millionen Betroffenen aus. Die erschreckende Wahrheit: Wir in den Industrieländern profitieren von ihrem Leid.
Schau Dir Dein Smartphone an, Deinen Computer, Dein T-Shirt, Deinen Schokoriegel. Selbst bei namhaften Marken können die Verantwortlichen oft nicht genau sagen, wo ihre Rohstoffe herkommen. Und oft ist dieser tote Winkel genau der Ort, an dem Sklaven ausgebeutet werden. Mehr als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Auf den Plantagen der Entwicklungsländer keine Seltenheit: versklavte Kinder.
Sklaverei wird hier folgendermaßen definiert: Jeder, der gezwungen ist, ohne Entlohnung und unter Zwang zu arbeiten, der ausgebeutet wird und nicht in der Lage ist, sich aus dieser Situation zu befreien. Skrupellose Arbeitgeber in vielen armen Ländern dieser Welt nutzen hohe Arbeitslosigkeit, Hunger und letztendlich auch die kulturelle Akzeptanz ihrer Praktiken, um auch noch das Letzte aus den Arbeitern auszupressen. Das geht auch auf Kosten ihrer Gesundheit, oftmals führt die Arbeit mit belastenden Chemikalien ohne Schutzkleidung bis zum Tod.
Für eine freie Welt
Wir als Konsumenten sollten lückenlos nachvollziehbare Lieferketten fordern. Dass dies durchaus machbar ist, beweisen die vielen engagierten kleinen Firmen, die wir in unseren Style Stars, Goodies und in der Kategorie WeeLike vorstellen. Freie Marktwirtschaft? Dann aber bitte mit freien Arbeitern, und zwar weltweit.
Mach den Test
Eine englischsprachige Webseite, die ihr unbedingt besuchen solltet, heißt Slavery Footprint. Hier wirst Du anhand von 11 Fragen nach Deinem Lebensstil befragt – Dauer: ca. 10 Minuten. Es geht um Deine Ernährung, wieviel Klamotten Du besitzt, welche elektronischen Gadgets Du Dein eigen nennst. Schockierend: Selbst Menschen, die schon relativ bewusst leben und weniger kaufen, kommen leicht auf einen “Sklaven-Satz” von 40 Menschen! Eine echte Motivation, den eigenen Lebensstil noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und auch in Ecken zu fegen, die bisher unbeachtet blieben: slaveryfootprint.org/
DW, Foto: Junge © Sascha Burkard – Fotolia.com, Screenshot
Apple: App erzählt von Sklavenarbeit
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