Tipps für eine grüne Hochzeit – Ja, ich will bio und fair
Um den schönsten Tag in Deinem Leben unvergesslich zu gestalten, ist viel zu beachten. Vor allem dann, wenn Du auch an Deinem Festtag auf Deine Ökobilanz achten möchtest. Mittlerweile ist es auch hierzulande kein Problem mehr, eine Hochzeit ökologisch und fair auszurichten. Worauf Du besonderes achten solltest, erfährst Du hier…
Tipps für eine grüne Hochzeit
Ja, ich will: bio und fair
Immer füreinander da sein, zusammenhalten, sich stets gegenseitig wertschätzen und lieben – wer heiratet, zeigt unendliche Verbundenheit – und Verantwortungsbewusstsein. Warum da nicht auch die eigenen Feierlichkeiten ressourcenschonend und sinnhaft gestalten?
Das Wichtigste vorne weg: Umweltbewusst zu heiraten bedeutet schon lange nicht mehr Verzicht auf ein rauschendes Fest. Und Du musst auch nicht gleich, wie Stella McCartney, einen kompletten Wald vor Deine Haustür pflanzen, um das Motto einer umweltfreundlichen Hochzeit „Reduce, reuse, recycle” (verringern, wiederverwenden, recyceln) umzusetzen. Mit kleinen Gesten kannst Du viel erreichen:
Hurra – wir heiraten
Die umweltbewusste Hochzeit beginnt natürlich schon mit den Vorbereitungen. Zeit und Ort stehen fest und die Einladungen wollen ausgesprochen werden. Wer ganz ökorrekt handeln möchte, gestaltet eine Hochzeits-Website oder verschickt die Ankündigungen per Email. Hier könnten Deine Gäste zu- und absagen, die Geschenkeliste einsehen und managen, über Spiele und Programm bei der Hochzeit abstimmen und sich bei Bedarf für das vegetarische oder laktosefreie Menü anmelden.
Aber auch die klassischen Einladungskarten kannst Du umweltschonend gestalten: auf 100 Prozent recyceltem oder gänzlich holzfreiem Papier. Ökopapierserien setzen der farblichen Gestaltung genauso wenig Grenzen und bieten ebenso viele Design-Varianten wie herkömmliches Papier. Besonders ausgefallen sind handgeschöpfte Karten mit Pflanzensamen. Die Karten werden ganz einfach eingepflanzt. An den Pflanzen können Deine Gäste sich noch lange erfreuen. Die Teilnahme lässt Du Dir ressourcenschonend per Email bestätigen.
Hochzeit auf dem Feld?
Keine Sorge, das muss nicht sein. Aber die Hochzeits-Location in der Region sollte es schon sein. Versuche möglichst weite Anreisen mit dem Auto oder gar mit dem Flieger zu vermeiden. Von der Gartenparty bis zum Bio-Restaurant in der Nähe sind der Fantasie jedoch keine Grenzen gesetzt. Bitte Deine Gäste, Fahrgemeinschaften zu bilden. Wenn es das Budget erlaubt, kannst Du natürlich auch einen Hochzeitsbus chartern, um die Partygesellschaft von der Kirche zum Festzelt zu chauffieren. Für Deine Gäste ist es allemal bequemer, wenn sie nicht selber fahren müssen, sondern schon fröhlich am Sekt nippen können.
Hejo, spann den Wagen an
So elegant und luxuriös der Rolls Royce als Brautauto auch ist – auf einer grünen Hochzeit hat er leider nichts zu suchen. Mach es wie die Hollywood-Stars und fahre mit dem Hybridauto. Oder Du fährst ganz klassisch in einer romantischen Pferdekutsche vor. Auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ganz Sportliche fahren mit dem Fahrrad zur Trauung – was allerdings mit einem Hochzeitskleid kompliziert werden dürfte, andere lassen sich mit dem Rikscha-Mobil zur Kirche oder zum Standesamt bringen.
Einmal wie eine Prinzessin aussehen
Das ist der Wunsch fast einer jeden Braut! Doch gerade Du kannst einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Feier leisten. Denn anstatt tausende Euros in ein Einwegkleid zu investieren, könntest Du – sofern es noch existiert – das Brautkleid Deiner Mutter umarbeiten lassen. Wenn es denn unbedingt ein neues sein muss, dann natürlich aus Bio und Fair Trade-Baumwolle, Leinen oder Seide. Damit gehst Du sicher, dass bei der Verarbeitung respektvoll mit Mensch und Umwelt umgegangen wird.
Über den Umweltgedanken hinaus kannst Du etwas Gutes tun, wenn Du Dein Kleid z.B. bei Brides against Breast Cancer kaufst. Auf dieser Internetseite werden gebrauchte Kleider angeboten und der Erlös kranken Frauen gespendet. Oder Du spendest Dein neu gekauftes Kleid nach der Hochzeit einer gemeinnützigen Organisation. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Bräutigam! Wer möchte, kann sich die Ausstattung auch ganz einfach bei einem Brautmodenausstatter ausleihen. Achtet im Großen und Ganzen darauf Dinge auszuwählen, die Ihr später nochmals anziehen könnt.
Ein natürlich-romantisches Hochzeits-Makeup und Styling gibt es auch bei Deiner Naturkosmetikerin. Der Vorteil zertifizierter Naturkosmetik: Hier kannst Du Dir gewiss sein, dass auf Tierversuche und unnötige Umweltbelastung verzichtet wurde. Stattdessen pflegen hochwertige pflanzliche Inhaltsstoffe Deine Haut den ganzen Tag. Und weil auf reizende Zutaten verzichtet wird, strahlt Deine Haut auch noch am Morgen nach der Hochzeitsnacht.
Saisongemäß und lecker
Durch die Wahl saisonaler Lebensmittel für Dein grünes Hochzeits-Menu vermeidest Du weite, oft sinnlose LKW-Transporte aus fernen Ländern und sparst den hohen Energieeinsatz der Produktion in Gewächshäusern. Schließlich brauchen Lebensmittel, die der Natur zur unnatürlichen Jahreszeit abgenötigt werden, auch einen höheren Chemikalieneinsatz.
Eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Raffinessen ist nicht nur aus Tierschutz-Gründen lobenswert, sondern trägt ebenfalls erheblich zum Klimaschutz bei.
Bio-Produkte aus ländlichen Regionen Deines Umfelds garantieren zusätzlich hohe Qualität für das Hochzeitsdinner. Mittlerweile gibt es auch viele Catering-Unternehmen und Hotels, die Deine Hochzeit nach ökologischen Kriterien ausrichten. Deine Hochzeitstorte kannst Du von einer Biokonditorei in Deiner Nähe kreieren lassen. Und auch wenn niemand an diesem Tag Hunger leiden soll, muss nicht maßlos aufgetischt werden. Sollten dennoch zu viel Reste übrig bleiben, bekommen die Gäste Lunch-Pakete für den nächsten Tag mit. Oder Du machst auch noch nach Deiner Hochzeit Menschen glücklich. Informiere im Voraus die örtliche Armentafel, dass eine edle Spende zu erwarten sein wird.
Die kannst Du mit gutem Gewissen
ein Leben lang tragen
Bei den Eheringen gilt vor allem eins: Für eine rundum faire Hochzeit solltest Du unbedingt auf die Herkunft des Materials achten. Denn durch den konventionellen Abbau von Gold und Diamanten werden Umwelt und Menschen stark belastet. Anbieter von fairem und recyceltem Schmuck, wie z.B. Goldschmiedin Ulla Bettmer aus Hamburg, arbeiten ausschließlich mit vertrauenswürdigen und absolut transparenten Zwischenhändlern und Organisationen wie der Eco Andina aus Argentinien oder der Oro Verde aus Kolumbien zusammen. Diese garantieren hohe Sozial- und Umweltstandards. So wird z.B. auf giftige Cyanitlaugen und Quecksilber verzichtet, dafür werden Steine und Mineralien schonend und bei fairer Entlohnung abgebaut. Auf die Gesundheit der Arbeiter wird hier großen Wert gelegt, Kinderarbeit ist tabu. Hier in Deutschland prüft der Verein Fair Trade Minerals & Gems e.V. die Gründung und die laufende Führung von entsprechenden Fair Trade Projekten.
Besonders symbolischen Charakter hat das Einschmelzen und Neu-Verarbeiten von altem Erbschmuck. Bei Del Mundo Vacano in Hamburg werden z.B. aus Omas alter Schatulle ganz persönliche und individuelle Ringe gefertigt. “So kann man Elemente der Familiengeschichte immer bei sich tragen und sie sich weiter entfalten lassen”, erzählt Inhaberin Katja Sanchez.
Da steht auch die Hochzeit der nächsten Braut
unter einem nachhaltigen Stern
Wenn sie nämlich Deinen Brautstrauß fängt. Dieser besteht idealerweise aus fair gehandelten Blumen. In Frühling und Sommer lässt es sich wunderbar auf die heimischen Wiesenblumen zurückgreifen. Bitte einfach Deinen Floristen um Beratung.
Und vor allem verschwende nicht unnötig Rohstoffe für nur einmalige Deko. Bei der umweltfreundlichen Dekoration achte auf die Verwendung von Bienenwachskerzen und saisonalen Topfpflanzen – nach der Hochzeit eingepflanzt, erinnern sie Dich noch lange an diesen wunderbaren Tag.
Live and unplugged
Spätestens seit den MTV Konzerten wissen wir: Akustische Konzerte zaubern eine besondere Stimmung und haben einen hohen Gänsehautfaktor. Und sie sind echt ökorrekt. Denn die Musiker kommen ohne Strom aus. Von Klassik bis Pop ist hier alles erlaubt! Da kann der Hochzeitswalzer ja nur gelingen.
Das wäre doch nicht nötig gewesen
Seien wir ehrlich: Wie oft im Leben erhalten wir Geschenke, mit denen wir überhaupt nichts anfangen können? Im besten Fall landen sie irgendwann auf dem Flohmarkt, im schlechtesten auf dem Müll. Um das zu vermeiden, bietet sich ein Onlinehochzeitstisch an. Hier kannst Du Deine Wünsche vorher ganz genau festlegen und dafür sorgen, dass auf Deinem Hochzeitstisch fair gehandelte und klimafreundliche Produkte stehen. Willst Du auch anderen an Deinem Festtag eine Freude bereiten, bietet sich als Hochzeitswunsch eine Spende an. Tolle Pakete stellt Oxfam unverpackt zur Verfügung. Für alle, die schon wunschlos glücklich sind!
Bitte Deine Gäste, am besten schon in der Einladung, auf unnötiges Verpackungsmaterial zu verzichten. Das schont die Umwelt.
Bitte lächeln
Die digitalen Fotos der Hochzeit lässt Du einfach hinterher vom Fotografen online stellen. Jeder kann sich dann gezielt die Fotos ausdrucken oder entwickeln lassen, die er haben möchte – das spart Film, Papier und Chemikalien.
Warum in die Ferne schweifen?
Worauf kommt es bei den Flitterwochen an? Richtig: Darauf, mit Deinem Partner wertvolle Zeit zu verbringen und gemeinsam Schönes zu erleben. Das geht auch in der eigenen Region. Das ist nicht nur günstiger, als der Honeymoon in der Karibik, sondern schont die Umwelt. Wer trotzdem nicht auf die große Fernreise verzichten möchte, findet zum Beispiel unter www.wandern.de oder www.atmosfair.de wertvolle Hinweise, diese so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten oder Co2-Emissionen auszugleichen.
Falls Du nachher ein schlechtes Gewissen hast, weil Deine Hochzeit vielleicht nicht ganz so grün ausgefallen ist, wie Du es Dir erhofft hattest, leiste einfach im Nachhinein eine Spende an eine Klimaschutz-Organisation oder unterstütze ein soziales Projekt.
MB, Fotos von Fotolia.com: Küssendes Brautpaar © Stefan Redel, Braut im Feld © Alena Ozerova, Kutsche © Xenia-Luise, Braut © johanjk, Buffet © winston, Blumen © Alex Tihonov, Verliebtes Paar © micromonkey, Ringe: Ulla Bettmer, Ziegen: Oxfam Unverpackt






